Der Traum von der zerbrochenen Brücke

Hallo Ihr Lieben,
heute Nacht träumte ich von einer Brücke über einem tiefen Abgrund, die so wackelig und kaputt war, dass ich mich kaum noch traute, diesen Weg zu nehmen. Doch es war die einzige Möglichkeit, auf die andere Seite zu gelangen.

Ich habe mich gefragt, was mir dieser Traum zeigen möchte. Die Gefühle, die mir dieser Traum vermittelt hat, sind der Schlüssel dazu. Ich hatte Angst, abzustürzen in die Tiefe, in die Ungewissheit, Angst, es nicht zu schaffen. Ich hatte Zweifel, ob mich diese Brücke noch würde tragen können. Im übertragenen Sinn ist es im Leben doch ständig so.

Wir wissen nicht, ob Beziehungen halten, ob Entscheidungen richtig sind, ob die Wege, die wir gehen, uns bis zum Ziel führen. Wir haben die Angst, Fehler zu machen, zweifeln an dem, was wir tun. Und es ist niemand da, der uns mit letzter Gewissheit sagen kann, was richtig ist. Auch andere wissen das nicht für uns. Es ist nicht ihr Leben, es sind nicht ihre Gefühle und ihre Erfahrungen.

Und trotzdem müssen wir weitergehen, wir müssen die Brücke nehmen, auch wenn wir nicht sicher sind, ob sie uns trägt. Wir müssen den Schritt machen und es wagen und hoffen, dass es funktioniert und wir wohlbehalten auf der anderen Seite ankommen.

Die Brücke symbolisiert auch die Verbindung zwischen Menschen. Nichts ist so fragil, so leicht zu zerstören wie Beziehungen. Wenn Menschen den Kontakt zueinander abbrechen, ist es, als würden sie ein Teil ihres Lebens damit abschneiden. Die Beziehung ist wie ein unsichtbares Band zwischen zwei Menschen. Gerade die Menschen, die uns am meisten verletzt haben, können wir am wenigsten vergessen. Gerade die Menschen, die wir ans andere Ende der Welt wünschen sind doch stets präsent in unseren Gedanken und Gefühlen. Selbst Menschen, die an Bedeutung verloren haben und uns deshalb nicht mehr nah sind, haben doch ihren Anteil an unserem Leben, waren einmal wichtig und sind es noch. Brücken abzubrechen geht sehr einfach, sie jedoch wieder aufzubauen, ist schwer. Wenn einmal das Vertrauen zerstört wurde oder in der Wut etwas ausgesprochen wurde, was man hinterher bereut, ist es kein leichter Weg, wieder zurück in die Verbindung zu kommen.

Ich glaube, dieser Traum wollte mich dazu auffordern, mehr Vertrauen zu haben, mich mehr auf das Leben einzulassen. Das Leben ist nicht sicher. Es gibt keine Sicherheiten, keine Fallnetze, keine Garantien. Wir wissen nie, was uns in der nächsten Minute oder am nächsten Tag erwartet. Alles kann geschehen, mit dem wir nie gerechnet haben. Doch trotz dieser Unsicherheit und diesem Unwissen können wir doch vertrauensvoll leben. Es gibt eine Instanz, eine feste Größe im Leben, die immer beständig und verlässlich ist – dies ist unsere Quelle, die uns das Leben geschenkt hat, die uns atmen lässt, die unsere Körper so erschaffen hat, dass wir uns nicht darum zu kümmern brauchen, dass die Zellen wissen, was sie tun. Alles wurde für uns bis ins kleinste Detail vorbereitet.
Warum also nicht darauf vertrauen, dass nicht nur in uns, sondern auch außerhalb von uns alles vorhanden ist, alles bereits für uns angelegt ist, was immer wir brauchen?

Es gibt doch Hoffnung, zu wissen, dass nichts vergebens, nichts falsch oder fehlerhaft sein kann. Wir wurden aus einem ganz bestimmten Grund an diesen Platz im Leben, mit diesen Menschen mit unserer eigenen Geschichte und mit all unseren Eigenschaften gestellt.

Wenn wir uns darauf einlassen können, dass wir genau so, wie wir sind, gewollt und richtig sind, dann können wir auch unseren Weg bewusst und voller Vertrauen gehen.

Alles Liebe
Eure Ashanar

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