Ping-Pong der Gefühle – oder warum Fehler gut sind

Hallo Ihr Lieben,
ist es nicht verrückt, was gerade alles passiert?! Was sich in so vielen Beziehungen entwickelt?

Wir spielen Ping-Pong!

Wir werfen uns gegenseitig in unseren Beziehungen die Bälle zu, das sind unsere Gefühle. Wir glauben, der andere wäre dafür verantwortlich, wie wir uns fühlen. Dabei ist das, was der andere in uns auslöst, nur immer ein Spiegel, der uns vorgehalten wird. Und so werfen wir die Bälle zurück, die dann wiederum bei unserem Gegenüber etwas auslösen, von dem er glaubt, es läge ausserhalb von ihm.

Alles, was gerade geschieht, ist ein Hinweis darauf, dass wir ganz bewusst werden! Wir sehen uns selbst im anderen. Unsere Partner werfen uns Bälle zu, die uns treffen. Sie treffen uns mitten ins Herz. Sie treffen zielsicher unseren schwachen Punkt, unsere tiefste Angst und unsere dickste Blockade. Genau dorthin halten sie uns den Spiegel vor und zeigen uns, was wir nicht sehen wollen.

Aber wir müssen! Es bleibt uns in diesen energiegeladenen, stürmischen Zeiten gar nichts anderes übrig. Wir müssen uns unserem eigenen Inneren stellen, so finster es auch in manchen Ecken sein mag, so viele Spinnweben sich auch gebildet haben im Laufe der Zeit, weil wir nie mehr dort hin gegangen sind.

Unsere größten Ärgernisse, unsere tiefsten Wunden, unsere schlimmsten Alpträume sind in Wahrheit der Weg zur Lösung. Wir können uns selbst von unseren Lasten befreien, die wir so lange Jahre, so viele Leben mit uns geschleppt haben. Wir haben jetzt die Gelegenheit, den Ball, den wir sonst immer von uns wegschleudern, anzunehmen.

Halte ihn, schau ihn Dir an. Es ist eigentlich ein Spiel, eigentlich ist es ein großes Spielfeld, auf dem wir endlich beginnen können, unseren Weg zum Ziel einzuschlagen. Es wird leichter und leichter, je mehr wir anfangen können, das, was uns andere zuwerfen an Gefühlen, bei uns zu behalten, als unser eigenes zu empfinden.

Ich wurde in diesen Tagen mit einem sehr alten Gefühl konfrontiert, von dem ich dachte, dass ich es längst überwunden hätte. „Ich darf keine Fehler machen“. Wum, das sass. Ich habe einen Fehler gemacht. Und ich fühlte mich sehr schlecht. Der Fehler an sich war gar nicht mal das Schlimmste, aber das Gefühl, nicht richtig zu sein, jemanden enttäuscht zu haben, DAS war wirklich das, was mich ganz tief getroffen hat. Es ist interessant, sich dann selbst zu beobachten, was mit einem passiert: Plötzlich weitet sich dieses Gefühl auf andere Dinge im Leben aus, bis man sich fühlt, als könne man gar nichts mehr richtig machen.
Ich dachte mir, ok, Gefühl, Du bist jetzt da. Ich schiebe Dich nicht weg, ich lenke mich nicht ab, nein, ich nehme Dich jetzt an. Ich habe es wirklich und ganz bewusst gefühlt. Es durfte da sein. Ich habe alles zugelassen, was es in mir ausgelöst hat.
Ich habe es wie eine Welle kommen und gehen sehen, vielmehr gefühlt. Und genauso war es auch, es wurde aus mir heraus gespült.
Ich habe daraus etwas empfangen, was mir jetzt wie ein Geschenk erscheint. Nur durch Fehler lernen wir. Fehler sind menschlich, Fehler passieren, ja, müssen passieren.
Ein Fehler ist eigentlich gar kein Fehler, sondern Teil einer Lösung für ein Problem, das wir erst dadurch erkennen können.

Und stellt Euch vor, was mir Helene Fischer (wieso höre ich WDR4, das ist ein merkwürdiger „Zufall“!!!) mit diesem Refrain vorsang:

Keiner ist fehlerfrei!
Was ist denn schon dabei?
Spinner und Spieler,
Träumer und Fühler
hat diese Welt doch nie genug.
Keiner ist fehlerfrei!
Sei’s doch wie es sei!
Lasst uns versprechen,
auf Biegen und Brechen,
wir feiern die Schwächen!
Wer ist schon fehlerfrei?

Ist das nicht Klasse?! Wenn ich aus meiner vermeintlichen Schwäche eine Stärke machen kann, wenn ich aus einem Fehler eine Lösung erschaffen kann, dann habe ich es doch endlich begriffen!

Ich finde, Ping-Pong spielen gar nicht mal so schlecht. Und dabei kann man nicht nur sehr viel über sich selbst lernen und an sich wachsen, sondern kann sogar noch Mitgefühl und Verständnis für sein Gegenüber entwickeln, denn wir werfen diesem ja auch ständig unsere Bälle zu, von denen wir glauben, sie wären genau richtig. Sie sind für uns richtig, aber für den anderen sind sie eine Herausforderung.

Alles, was sich jetzt gerade zeigt, all unsere tiefsitzenden Ängste, Sorgen, Nöte und Befürchtungen dienen nur dazu, uns auf etwas aufmerksam zu machen, nämlich, dass wir uns erst dann davon befreien können, wenn es annehmen.

Allein können wir nicht spielen. Wir brauchen immer einen Gegenspieler, das sind manchmal Partner, manchmal Feinde, alle sind dafür da, um uns zu helfen, unsere Gefühle zu erkennen und zu transformieren.

Was für eine großartige Idee, dass wir das nicht allein schaffen müssen, sondern uns gemeinsam entwickeln können mit unseren Mitmenschen, die uns so nah sind, dass sie in unser Herz sehen können.

Ich bin so dankbar für diese Erkenntnis, sie erleichtert mich sehr!

Alles (ist) Liebe
Eure Ashanar

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