Vergleichst Du noch oder liebst Du schon?

Hallo Ihr Lieben,

ich möchte Euch heute an meinen Gedanken und Gefühlen teilhaben lassen, die mich gestern und heute sehr bewegen.

Durch „Zufall“ bin ich gestern auf die Kunst von Akiane Kramarik gestossen. Ihre Geschichte und Ihre Bilder haben mich zu Tränen gerührt und tief im Herzen bewegt. Noch vor gar nicht langer Zeit hätte ich neben dem Gefühl von Ehrfurcht auch das Gefühl, klein zu sein, empfunden.

Ehrfurcht vor dieser göttlichen Gabe empfinde ich auch heute noch, aber eine Sache hat sich verändert: Ich empfinde mich selbst nicht mehr als nicht gut genug. Natürlich kann ich meine Bilder nicht mit ihren vergleichen, denn sie verfügt über eine unglaubliche Begabung. Doch das muss ich auch gar nicht.

Jeder Mensch bringt besondere Fähigkeiten, ganz individuelle Begabungen und Talente mit auf die Welt.

Es macht deshalb wenig Sinn, immer auf die anderen zu schauen und zu bewerten, ob der andere besser, größer, schneller, weiter oder schöner ist. Sich einzuordnen oder im Vergleich mit anderen einzustufen kann nur zwei Gefühle in uns hervorrufen:

Das Gefühl, weniger gut als der andere zu sein. Damit wird dann das Selbstwertgefühl geschwächt und wir verlieren Energie. Das andere Gefühl ist das, dem anderen überlegen zu sein und auf ihn herab zu blicken. Es geschieht äußerst selten, dass wir uns auf die gleiche Stufe stellen wie einen anderen. Wie oft denken wir Gedanken wie: „Der ist viel besser als ich, da kann ich nicht mithalten“ oder „Ich muss mich mehr anstrengen, wenn ich es genauso weit bringen will, wie er“?

Wir verbringen einen Großteil unserer Zeit damit, uns mit anderen Menschen zu vergleichen und uns selbst einen Stempel aufzudrücken. Komischerweise grassiert in sogenannten spirituellen Kreisen das gleiche Muster. Nur sind dort dann die Menschen „weiter entwickelt“, haben schon „ihre Themen bearbeitet“ oder sind sogar „erleuchtet“.

Ich finde, all das hält uns davon ab, uns als das anzunehmen, was wir sind und wie wir sind. Niemand ist besser oder schlechter als ein anderer. Niemand kann sich etwas darauf einbilden, einen höheren Wissensstand, bessere Bildung, ein trainierteres Gedächtnis, einen besseren Job oder ein spirituellerer Mensch zu sein.

Wir sind alle hier, um zu lernen und zu wachsen!

Dabei spielt es wirklich gar keine Rolle, auf welcher Stufe wir uns befinden, wie „weit“ wir bereits in unserer Entwicklung sind, wie viel wir bereits verstanden oder erfahren haben! Wir gehen alle diesen Weg, früher oder später. Wir wachsen alle in ein höheres Bewusstsein hinein – und zwar dann, wenn wir als Seele und als Mensch dazu bereit sind.

Dann, wenn das Beurteilen, Vergleichen und Verurteilen aufhört, beginnt die Seele sich auf die nächsten Stufen vorzubereiten. Doch auch dieser Schritt ist wichtig und gehört zu diesem Wachstumsprozess dazu.

Vergleichen hat nämlich auch einen Sinn: Durch das Vergleichen erkennen wir uns selbst. Und wir können sehen, wohin wir schon gegangen sind oder auch, was wir noch werden können. Wir bleiben ja nicht dort stehen, wo wir jetzt sind, sondern die Reise geht jeden Tag weiter, mit jeder neuen Erfahrung, die wir machen, mit jedem Fehler, der uns zu neuen Erkenntnissen führt.

Wie fühlt es sich an, wenn Du statt des vergleichenden Gedanken den Satz einsetzt: „Alles darf jetzt so sein. Ich darf sein, wie ich bin. Du darfst sein, wie Du bist“?

Ich kann nur für mich sprechen – und ich finde, es fühlt sich sehr gut an. Damit gehe ich mit meiner Energie aus dem Energiefeld des anderen und bleibe bei mir. Ich ändere andere Menschen sowieso nicht durch mein Verhalten oder meine Meinung, die ich ihnen gegenüber äußere. Und ich ändere sie erst recht nicht, indem ich sie beurteile oder verurteile. Das gilt übrigens auch für uns selbst! Wenn wir uns selbst verurteilen, verändern wir uns auch nicht, da wir dann innere Widerstände hervorrufen und uns sozusagen zwingen wollen, etwas zu verändern.

Doch Veränderung kann nur durch Liebe und in Freiheit geschehen! Jeder Druck, jeder Zwang, der auf uns selbst oder andere ausgeübt wird, führt niemals zu einem guten Ergebnis.

Ich bin froh, dass ich das Gefühl, wertvoll und wichtig zu sein und einen Unterschied zu machen, für mich so integrieren konnte, dass ich mich mit mir selbst gut fühle. Das ist auch noch ein wichtiger Punkt: Menschen, die ständig an anderen etwas kritisieren müssen, üben in Wahrheit Kritik an sich selbst und fühlen sich mit sich selbst nicht wohl. Um dieses Gefühl selbst nicht fühlen zu müssen, reichen sie es an ihre Mitmenschen weiter, geben es damit ab (glauben sie!). Doch das ist lediglich eine Spiegelung, die sie dann außerhalb von sich selbst betrachten dürfen.

Lasst uns deshalb als Erstes bei uns selbst anfangen und aufhören, nach anderen zu schauen. Bleiben wir statt dessen bei uns, akzeptieren wir uns, wie wir sind, genau so, wie wir jetzt gerade sind. Wir brauchen uns weder klein zu fühlen noch anderen nacheifern, denn wir gehen unseren ganz eigenen Weg, haben unsere eigene Geschichte und unsere Gefühle.

Gott hat uns so einzigartig geschaffen, wie wir sind, weil er es so gewollt hat, weil er uns genauso haben wollte, wie wir sind. Damit sagt er uns, dass wir richtig sind, dass wir angenommen und geliebt sind mit all unseren Schwächen und Fehlern.

Alles (ist) Liebe

Eure Ashanar

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