Kennst Du Deine Wurzeln?

Ihr Lieben,
zum Beginn des neuen Jahres haben wir einen Tag zum Feiern, um Wünsche und Ziele zu setzen oder auch nur, um einfach nichts zu tun.

Ich habe in den letzten Tagen eine Reise in die Vergangenheit unternommen, die ich sehr spannend fand.
Das Haus, in dem ich den ersten Teil meiner Kindheit verbracht habe, wird schon bald abgerissen. Deshalb habe ich die Gelegenheit genutzt, noch einmal zurück zu kehren und durch die Räume des 264 Jahre alten Hauses zu gehen, mich noch einmal an vergangene Zeiten zu erinnern. Ich habe ein paar Dinge mitgenommen, die meinem Großvater gehörten, um mich an ihn zu erinnern, auch wenn das Haus nicht mehr existiert.
Später habe ich mir dann alte Fotos von meinen Vorfahren angesehen und liess mir Geschichten von früher erzählen. Damals war es eine wirklich andere, harte Zeit für die Menschen, wie wir es uns heute kaum mehr vorstellen können. Sehr berührend fand ich auch einen Lebenslauf, den mein Urgrossvater aufgeschrieben hat und der seine Geschichte voller Verluste, Sorgen, aber auch Grosszügigkeit wiedergibt. Krankheiten und Tod gehörten früher viel selbstverständlicher zum Leben dazu.
Mir wurde bewusst, dass alles, was ich heute bin, darauf beruht, dass meine Großeltern und Urgroßeltern und die Generationen vor ihnen sich Zeit ihres Lebens angestrengt und gearbeitet haben, dass sie Kindern das Leben schenkten – ohne sie wäre ich heute nicht und wäre ich auch nicht der Mensch, der ich bin.
Nicht nur, dass ich ihre Gene und ihre Energie in mir trage, sondern auch ihre Ängste, Sorgen und andere Emotionen. Auch die Wissenschaft ist diesem Phänomen schon auf der Spur. Für mich ist das ein Steinchen im Mosaik meines Lebens. Wir verhalten uns ja nicht nur, wie wir uns verhalten, aufgrund erlernter und anerzogener Muster, sondern die noch tiefer liegenden Grundeinstellungen haben wir womöglich von unseren Ahnen übernommen und wissen nichts davon.

Wie also können wir herausfinden, ob bestimmte immer wiederkehrende Muster ihre Ursache in viel früherer Zeit haben, als wir bisher angenommen haben?

Wir brauchen uns dazu nur einmal unsere Familiengeschichte ansehen. Die Verhaltensweisen, die wir nicht aus unserer Erziehung ableiten können oder vor einer traumatischen Erfahrung in der Kindheit, die bestimmte Ängste oder Vermeidungsstrategien in uns ausgelöst hat, können also auch durch unsere Ahnen auf uns übertragen worden sein. Immer dann, wenn etwas unerklärlich ist, zum Beispiel die Angst vor bestimmten Tieren, aber auch besondere Begabungen, die sich sonst nirgends in der restlichen Familie finden, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass wir hier etwas aus der Familiengeschichte in unser Aufgabenpäckchen für unser eigenes Leben eingepackt bekommen haben.

Je mehr wir also über unser Familie noch herausfinden können, desto besser. Die eigenen Eltern können zumindest über ihre Eltern etwas berichten, das wertvolle Hinweise darauf geben kann, was sie für Menschen waren, welchen Charakter sie hatten und wie ihr Leben war.
Nicht immer ist es möglich, so etwas herauszufinden, doch vielleicht existieren noch Fotos oder andere Unterlagen, die Rückschlüsse auf unsere Vorfahren zulassen. Wie sehen ihre Gesichter aus, stehen sie aufrecht oder gebeugt, wie waren sie gekleidet? All das kann zumindest eine Idee davon geben, was für Menschen sie waren.

Ich glaube, dass es sehr wichtig ist, etwas über die eigene Herkunft zu erfahren. Menschen, die zum Beispiel adoptiert worden sind, wollen irgendwann wissen, wo ihre Wurzeln liegen. Es ist ein sehr ursprüngliches Bedürfnis aller Menschen, zu wissen, wem sie angehören, weil wir auf diese Weise etwas darüber lernen können, warum wir so sind und nicht anders.

Wir wollen in den Gesichtern unserer Eltern unsere eigenen Züge sehen, wir wollen wissen, was wir von ihnen mitbekommen haben. Genauso sollten wir uns auch dessen bewusst sein, dass wir noch viel mehr als nur bestimmte Gene oder körperliche Merkmale übernommen haben.

Dieses Wissen gibt uns die Möglichkeit, uns selbst auf eine größere, umfassendere Weise zu begreifen. Wir sind nicht losgelöst von unserer Familiengeschichte, sondern mitten in ihr und Teil davon. In gewisser Weise leben unsere Vorfahren wirklich in uns weiter!
Wir sind hier, um uns diesen besonderen Herausforderungen zu stellen, die sie uns durch diese speziellen Aufgaben in Form von Emotionen oder Talenten übertragen haben.

Ich werde den Erinnerungsstücken von meinem Großvater einen besonderen Platz in meinem Zuhause geben, so dass mich ein Blick darauf immer an meine Herkunft erinnert. Ich weiss, dass meine Ahnen auf mich herabblicken und mir den Rücken stärken.

In allen alten Kulturen gibt es viele Rituale, um der Ahnen zu gedenken. Sie haben einen tieferen Sinn, wenn wir bedenken, dass wir an der Spitze einer unendlich langen Reihe von Menschen stehen, die vor uns gelebt haben.
Indem wir sie ehren und uns an sie erinnern, öffnen wir uns auch für ihre Hilfe und ermöglichen es ihnen, uns durch ihre Energie zu stärken.

In diesem Bewusstsein haben wir eine größere Kraft, einen geschärften Blick und mehr Möglichkeiten der Selbsterkenntnis. Familienmuster können erkannt und durchbrochen werden, indem wir bei uns selbst beginnen etwas zu verändern.

Alles (ist) Liebe
Eure Ashanar

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