Können wir die Welt retten?

Ihr Lieben,
je achtsamer und mit je offeneren Augen und Ohren wir durch die Welt gehen, desto mehr sehen und hören wir auch. Leider nicht immer nur Positives.
Eigentlich sollten wir alle vegan leben, kein Fernsehen mehr schauen, keine Handys benutzen, nur ökologische, biologische Lebensmittel, Kleidung und Schuhe kaufen, Rad statt Auto fahren, von den Gefahren des Internets einmal ganz abgesehen. Wir sollten uns mehr bewegen, mehr miteinander reden, mehr Lob und Anerkennung für andere aussprechen, weniger Kritik üben, uns weniger ärgern und mehr freuen….
diese Liste liesse sich endlos fortsetzen.
Wie wir aussehen sollten, wie wir unser Leben führen sollten, damit wir glücklich sind, wird uns ja schon von klein auf eingetrichtert, aber die Werte dessen, was erstrebenswert und als moralische Ziele für uns gelten soll, legt jeder für sich selbst fest.
Jeder hat seine eigene Ansicht darüber, welche dieser Werte für ihn an oberster Stelle stehen.
Die einen geben sich ganz in den Dienst am Nächsten, engagieren sich in der Entwicklungshilfe, im Tierschutz, als ehrenamtliche Helfer oder bei Ärzte ohne Grenzen. Die anderen finden, es ist genug, wenn sie sich selbst und ihren nächsten helfen, ab und zu in der Kollekte in der Kirche (falls sie nicht schon ausgetreten sind) etwas spenden oder einem Bettler in der Fussgängerzone etwas in die Mütze legen.
Und wieder andere leben einfach ihr Leben, ohne auch nur im Geringsten an ihre Mitmenschen zu denken. Sie finden, dass jeder für sich selbst verantwortlich ist und deshalb auch selbst daran schuld ist, wenn es ihm nicht so gut geht.

Wenn wir nicht nur deshalb auf der Welt sind, um möglichst gut durchs Leben zu kommen, gesund zu bleiben und alt zu werden, Besitztümer anzuhäufen und eine gute Zeit zu verbringen – was kann es also sein, weshalb wir hier sind?

Ist es vielleicht möglich, dass wir uns als Menschen, die einander zugehörig sind begreifen sollten?

Wenn wir einmal über den Tellerrand blicken, uns auch für das Leben anderer Menschen oder Lebewesen auf diesem Planeten interessieren, werden wir feststellen, dass wir mit so vielem gesegnet sind, das viele andere sich nicht einmal erträumen können. Nicht jeder Mensch auf dieser Erde hat jeden Tag genug zu Essen, die Sicherheit eines geschützten Zuhauses und eines sicheren Landes. Nicht jeder hat jederzeit Zugang zu medizinischer Versorgung und Bildung. Viele Menschen werden nach wie vor unterdrückt und ihre Grundbedürfnisse sind bei weitem nicht erfüllt.

Wir können nicht die Welt retten, auch wenn wir es gerne würden, oder?

Wir leben jeden Tag mit diesem Wissen, dass es Millionen Menschen schlechter geht als uns und einigen wenigen so gut, dass sie in einem völlig unverhältnismässigen Überfluss schwimmen.
Haben wir die Möglichkeit, etwas zu verändern oder können wir nur hinnehmen, was ist oder wie es ist?
Dadurch, dass ein Mediziner seinen Jahresurlaub dafür hingibt, um Menschen zu operieren, die sonst wohl nicht überleben würden, wird die Welt ja auch nicht gerettet. Er rettet einige Menschen, aber andere wiederum haben nicht so viel Glück.

Auch das ist ungerecht. Es ist ungerecht, dass wir trotz unseres hohen Lebensstandards immer noch jammern und glauben, nicht genug zu haben. Es ist ungerecht, dass wir schöne Kleider kaufen können, weil andere dafür für einen Hungerlohn bis zum Zusammenbruch arbeiten müssen.

Welche Alternativen haben wir also? Wir können die schlimmen Zustände in der Welt ausblenden, weil wir glauben, nichts daran ändern zu können, oder wir schauen hin.

Auch wenn wir die Welt nicht retten können, so können wir doch aktiv etwas tun. Das geschieht durch Bewusstheit.

Je häufiger wir eben nicht mehr die Augen verschliessen, uns mit Hintergründen und Tatsachen beschäftigen, desto mehr sensibilisieren wir uns für diese Themen. Wir können auch im Kleinen etwas verändern. Wir können andere Entscheidungen treffen. Wir müssen nicht alles so hinnehmen und glauben, es nicht verändern zu können.

Es gibt genügend Beispiele, die zeigen, dass aus wenigen Einzelnen eine Massenbewegung wird, die tatsächlich etwas verändert. Verändern wir unsere Gewohnheiten, öffnen wir unsere Augen, schauen wir hin, hören wir hin, fragen nach, recherchieren, seien wir unbequem. Lassen wir uns nicht mehr vorkauen, was wir zu denken, zu fühlen und zu glauben haben. Wir müssen uns selbst eine Meinung bilden, selbst wieder denken, selbst überlegen, ob das alles richtig ist.

Wer könnte das ändern, wenn nicht wir selbst?

Ein Beispiel gefällig? Habt Ihr auch schon Bilder von riesigen Plastikteppichen im Ozean gesehen? Wir können das nicht ungeschehen machen, aber indem wir zum Beispiel aufhören, Plastiktüten zu benutzen, verändern wir etwas, auch wenn es nur minimal erscheint. Statt 4 oder 5 Mal in der Woche könnten wir nur noch 1 Mal Fleisch in der Woche essen oder vielleicht ganz darauf verzichten. Wenn man gesehen hat, wie Tiere leiden müssen, nur damit auf unserem Butterbrot eine Scheibe Wurst liegt, fällt die Entscheidung nicht so schwer.

Wir können einander wieder die Hand reichen, wir können fühlen, dass wir nicht allein auf dieser Welt, sondern Teil einer grossen Menschenfamilie sind. Wir haben Verantwortung, nicht nur für uns, sondern auch für unsere Kinder und deren Kinder. Wir brauchen einander immer noch, auch wenn wir manchmal glauben, wir wären Individuen und es ginge nur um unsere eigene Selbstverwirklichung.

Das tut es nicht. Wir haben so viele Möglichkeiten, um nicht nur durch unsere Erfahrungen zu wachsen, sondern auch unser Bewusstsein wird dadurch erweitert und wir erfassen auf einmal, dass diese Verbindung zu allen Lebewesen auf der Erde daher stammt, dass wir tatsächlich auf einer tieferen und zugleich höheren Ebene eins sind.

Ich erinnere mich an die Worte Jesu in der Bibel: „Was ihr dem Geringsten unter Euch getan habt, das habt ihr mir getan.“ Das, was wir einem anderen antun, tun wir zugleich auch uns selbst an – und in der positiven Form helfen wir uns selbst, indem wir anderen Gutes tun.

Eure Ashanar

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