Ungefragt helfen?



Hallo Ihr Lieben,

manchmal begegnen wir Menschen im Leben, die uns berühren. Mit ihrer Geschichte, mit ihrem Schicksal. Jeder hat seine Gepäckstücke, die er mir sich herumträgt, die manchmal schwerer, manchmal leichter sind.

Wir begegnen diesen Menschen nicht einfach nur so, sondern, weil wir mit etwas, das sie in sich haben oder mit sich tragen in Resonanz gehen. Wir sind durch die Begegnung plötzlich Teil ihrer Geschichte. Ob es uns bewusst ist oder nicht, wir machen einen Unterschied. Wir beeinflussen durch unser Dasein ihre Handlungen, ihr Denken oder ihr Empfinden. Wir tragen dazu bei, dass wir sie entweder bei etwas unterstützen, ihnen unsere eigenen Ideen mitteilen oder durch unser Gefühl, dass etwas nicht richtig ist, sie zum Nachdenken oder Umdenken bewegen.

Das ist Teil unserer Aufgabe hier auf der Erde. Es geht gar nicht allein um uns selbst, sondern wir sind Mitspieler und Gegenspieler für die anderen, ohne die sie gar nicht wachsen und sich entwickeln könnten.

Bestimmt ist es Euch auch schon so gegangen, dass Ihr anderen, wenn sie in einer schwierigen Lage waren, geholfen habt, für sie da wart, sie ermuntert habt und mit tatkräftiger Hilfe Unterstützung angeboten habt.

Ich finde es manchmal sehr schwierig, den schmalen Grat zwischen Hilfe, die gut gemeint ist, aber nicht wirklich gut ist und dem tatenlos Zusehen und Abwarten zu beschreiten.

Wir alle brauchen Hilfe, jeder einzelne Mensch. Wir brauchen einander. Aber wir brauchen auch Menschen, die uns machen lassen, die uns den Rücken stärken, ohne uns dabei zugleich in eine bestimmte Richtung zu schieben. Das geschieht unbewusst. Und noch häufiger halten wir mit unserer eigenen Meinung nicht hinter dem Berg und teilen sie ungefragt mit.

Ich bin inzwischen vorsichtig damit geworden, anderen zu helfen, ohne dass ich um Hilfe gebeten wurde. Ein Ratschlag, der ungefragt erteilt wird, verhallt ohne Wirkung. Anders ist es hingegen, wenn wir um unsere Meinung gebeten werden. Dann ist unser Feingefühl besonders gefordert. Sehr leicht geschieht es dann nämlich, dass wir das, was wir selbst für richtig halten, mit dem anderen teilen und ihn auch davon zu überzeugen versuchen. Wir sollten aber immer daran denken, dass etwas, was für den Einen gut und richtig ist, für jemand anderen genau das Gegenteil sein kann.

Aus dem tiefen Wunsch heraus, zu helfen, den anderen von seinen Problemen zu erlösen, sind wir versucht, diese als unsere eigenen anzunehmen, was sie aber gar nicht sind. Sie haben nur deshalb etwas mit uns zu tun, weil wir in Resonanz gehen. Es hat also vielmehr etwas mit uns selbst, mit dem, was wir noch im Gepäck haben, zu tun. Dorthin sollten wir unser Augenmerk richten, statt zu versuchen, Wege und Möglichkeiten für andere zu schaffen.

Wann immer Ihr also den tiefen und innigen Wunsch habt, jemandem helfen zu wollen, geht es in Wahrheit erst einmal um Euch selbst. Was ist das Gefühl IN DIR? Was würdest Du verändern wollen, wenn es Dich betreffen würde? 

Ich glaube, dass es gut ist, wenn wir für jemand anderen beten, ihm gute Gedanken und Energie schicken. Das kann derjenige dann annehmen oder nicht, ohne dass wir ihn in seinen Entscheidungen oder seinem Reifungsprozess, der ja geschehen muss, beeinflussen. Ausserdem wird derjenige sich an uns wenden, wenn er wirklich unsere Hilfe braucht. Wir können sie anbieten, aber müssen unserem Freund die Gelegenheit geben, selbst zu entscheiden, ob und wann er sie annehmen will.

Eure Ashanar

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