Lebst Du schon oder stirbst Du noch?

  

Ihr Lieben,

das Leben endet mit dem Tod. Der kommt sicher, todsicher für jeden Menschen. An Tagen wie heute wird uns das wieder bewusst. Wenn wir mitten im Alltag sind, denken wir normalerweise nicht darüber nach, dass wir ja irgendwann sterben.

Einen interessanten Blickwinkel findet man dadurch, dass man sich das Leben nicht wie einen vorwärtsgerichteten Zeitstrahl betrachtet, sondern, indem wir einmal versuchen, rückwärts zu denken.

Angenommen, heute wäre unser Todestag. Der Moment, in dem wir wissen, es geht zu Ende mit uns, unser Leben ist jetzt vorüber. Unser Leben zieht noch einmal an uns vorbei, alle wichtigen Erinnerungen, die Menschen, die wir liebten und diejenigen, die wir hassten.

Was würden wir bereuen? Was würden wir vermissen? Was würden wir bis dahin nicht getan haben?

Wenn wir einmal darüber nachdenken, kommen uns sicherlich die Möglichkeiten, Chancen, die wir hatten und unser Wünsche und Träume in den Sinn. Vielleicht habt Ihr auch eine dieser trendy Bucket-Listen angefangen, in denen man 100 Dinge aufschreibt, die man im Leben tun oder erreichen will. Wie viel davon, glaubt Ihr, werdet Ihr dann erledigt haben?

Vielleicht sind einige Ideen dann doch nicht so wichtig gewesen, dass Ihr sie unbedingt erfüllen wolltet. Andere wiederum waren ganz oben auf diesem Wunschzettel an das Leben. Wenn wir diese Herzenswünsche nicht erfüllen, dann werden wir wahrscheinlich am Ende bereuen, genau das nicht mehr gewollt, nicht hartnäckiger verfolgt und uns dafür engagierter eingesetzt zu haben. Alles hat einen Preis. Wenn wir etwas wirklich wollen, müssen wir dafür etwas einsetzen. Unsere Energie, unsere Kraft, unser Durchhaltevermögen. Doch wenn es um etwas geht, das uns wirklich wichtig ist, weil es ein echtes Bedürfnis ist, etwas, das uns nicht eher ruhen lässt, bis wir es erreicht haben, dann ist es die Sache wert. 

Oft geraten solche Herzenwünsche unter die Räder des sich ewig drehenden Hamsterrades aus Arbeit, Schlafen, wieder Arbeit und Schlafen und sow weiter. Leben passiert aber jeden Tag, in jedem Atemzug. Jeder Tag, an dem wir nicht ein Stück weit für unser Projekt, für unseren Traum eingesetzt haben, ist dafür verloren.

Wir können immer nur genau JETZT etwas tun. Oder wir verschieben es auf später, aber das Später kann zu spät sein. 

Wenn wir uns als Seelen auf unser Erdendasein freuen, sind wir voller Enthusiasmus und Vorfreude. Wir springen mit unserem Energiekörper auf und ab und können es nicht erwarten, erneut das Spiel des Lebens zu spielen und es dieses Mal so richtig auszukosten, so richtig tief einzutauchen und unsere Versäumnisse nachzuholen. Uns zu versöhnen, zu lieben, zu leuchten, einfach ganz intensiv zu leben. Doch sind wir dann im Körper gefangen, wird alles viel mühsamer als wir uns das vorstellen konnten. Eine Seele, die ja der LEICHTIGKEIT entspringt und reine Energie ist, hat keine Vorstellung davon, wie sich das Leben mit Körper anfühlt, wie langsam, wie träge, wie vielschichtig die Materie ist, mit der sie sich fortan bewegt. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass wir, wenn wir einmal in Bewegung sind mit unserem Gefährt namens Körper, gar nicht mehr so leicht die Richtung ändern können. Wir machen immer weiter, wie bisher. 

Zwischendurch haben wir Gedanken wie: „Und das soll schon alles sein? Dafür bin ich hier, dass ich mich anstrenge und abmühe, um allen gerecht zu werden, aber gar nicht das tun kann, was mir die höchste Freude bereitet“. Wenige ändern dann etwas, doch der Großteil richtet sich im bequemen bereits Bekannten ein und zuckt mit den Schultern, weil es eben „einfach so ist“. 

Und oft früher als gedacht, stehen wir dann an der Schwelle und fragen uns erneut, ob wir alles richtig gemacht oder doch das Wichtigste vergessen haben. 

Es gibt ja diese bekannten Fragen, wie: „Was würdest Du tun, wenn Du nur noch 1 Jahr zu leben hättest?“ Es ist gar nicht so falsch, sich diese Frage tatsächlich einmal zu stellen. Würden wir dann nicht alles daran setzen, das noch zu tun, was uns wirklich etwas bedeutet? Das zu sagen, was wir immer auf später verschoben haben, das zu erleben, von dem wir glauben, noch genug Zeit dafür zu haben. Später.

Denkt doch nur einmal über die Zeit Eures bisherigen Lebens nach. Wie schnell ging die Kindheit, die Jugend vorbei?! Als Kind erscheint einem das Leben endlos, jeder Tag wird als etwas Besonderes erlebt, jede neue Entdeckung und Errungenschaft wird gefeiert. Doch später funktionieren wir oft nur noch und tun, was von uns erwartet wird.

Doch was ist unsere Erwartung an uns selbst? Weshalb, glaubst Du, bist Du auf der Welt?

Es geht nicht nur darum, was Du selbst für Dich möchtest, sondern auch darum, was Du zu geben hast. Du hast etwas, was andere brauchen. Du hast etwas, was die Welt braucht. Du hast einen göttlichen Funken in Dir, der leuchten, sich verbreiten und vervielfachen will. Du bist nicht aus Zufall hier. Du hast einen Sinn.

Diesen Sinn kannst nur Du selbst finden und leben. Und dieser Sinn hat immer mit Freude, mit Begeisterung, mit Entfaltung und mit Deinem Potential zu tun. Das, was nur Du bist und kannst, ist Deine Gabe an die Welt und die Menschen.

Du willst am Ende Deines Lebens nicht erkennen müssen, dass du zwar eigentlich gerne gereist wärst, gerne einen anderen Beruf gewählt hättest, gerne anderen helfen wolltest – es aber einfach nicht getan hast.

Wir haben in dieser Form mit unseren Erfahrungen, mit diesem Körper, mit unserer Identität nur dieses eine Leben, das wir auch erfüllen sollten mit unserem ganzen Sein.

Seid lieber wild, verrückt und wunderbar, als einfach nur normal und angepasst.

Erfüllt Euer Leben mit EUCH selbst, mit dem, was Euch wirklich ausmacht.

Alles Liebe

Eure Ashanar

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