Die Macht des inneren Kritikers

  

Hallo Ihr Lieben,  

habt Ihr den Ostersonntag gut überstanden? Schön mit der Familie oder Freunden geschlemmt? Oder gefaulenzt, vor dem Fernseher gechillt?

Meistens regt sich dann kurze Zeit später schon eine Stimme in uns, die rumnörgelt. Nach all dem Futtern solltest Du eine Runde laufen, sei doch nicht so faul, lieg hier doch nicht nur rum. So viele Kalorien. So viel ungesundes Zeug, all die Süssigkeiten, ganz zu schweigen von den vielen Eiern. So geht das dann in unserem Gehirn (oder wo auch immer) in einer Tour. Oft bemerken wir das gar nicht einmal mehr, weil es ja schon immer so war, weil diese Nörgelstimme uns seit klein auf in den Ohren liegt. Die Stimme behauptet, wir sollten sowieso alles anders machen, besser, uns mehr anstrengen, endlich mal in die Gänge kommen. Wir sollten ordentlicher sein, sportlicher, gesünder, freundlicher und so weiter. Bestimmt fallen Euch jetzt noch etliche Sachen ein, die Eure eigene Stimme Euch zuflüstert.

Sie sagt, wenn wir zu viel Eis gegessen haben, dass wir Bauchschmerzen kriegen, wenn wir barfuss laufen, dass wir uns erkälten, dass es ungesund ist, zu viel Kaffee zu trinken, zu rauchen, zu viel Alkohol zu trinken. Sie behauptet, nur Obst, Gemüse und Tee wäre gut für uns, auf gar keinen Fall dürfen wir nach Herzenslust Pasta mit dicker Sosse, Fleisch mit viel Fett oder Leckereien wie Schokolade, Chips oder Burger essen. Wenn wir das nämlich tun, werden wir kugelrund, wir verkürzen unsere Lebenszeit um mindestens 10 Jahre und müssen hart arbeiten, um die Sünden wieder wett zu machen.

Diese Stimme redet uns also ständig ein schlechtes Gewissen ein und meint, zu wissen, was gut und richtig für uns ist. Doch wenn wir einmal genau überlegen, merken wir, dass wir nur eine Wiederholung von Aussagen, die wir irgend wann einmal als wahr erachtet haben, wie eine Dauerwerbesendung abspulen.

Stimmt das denn alles? Wissen wir das mit Sicherheit, dass Schokolade uns schadet und Sport gesund ist? Wissen wir mit absoluter Sicherheit, dass wir uns einen Schnupfen holen, wenn wir barfuss herumlaufen?

Bestimmt habt Ihr es auch schon einmal erlebt, dass genau das, was Ihr am meisten befürchet habt, dann auch genauso eingetreten ist. Damit habt Ihr Euch selbst bestätigt, dass Ihr es doch schon gewusst habt. 

Das ist so passiert, weil Ihr es wirklich ganz und gar geglaubt habt. Weil es für Euch schon Realität war, bevor es dann tatsächlich so gekommen ist. Genauso verhält es sich mit dieser lästigen Stimme, die uns ja eigentlich nur vor Gefahren warnen will. Aber auch hier gilt: Wenn wir das ganz fest glauben, was uns diese Stimme sagt, dann wird es auch so eintreten. Nicht, weil die Stimme Recht hat, sondern weil es unsere eigene Überzeugung ist.

All das, was für glauben, tritt ein. All das, was wir nicht wollen, aber trotzdem glauben, tritt auch ein. All das, was wir uns wünschen, aber nicht glauben, wird nicht so geschehen. Und all das was wir uns kaum vorstellen können, aber tief im Herzen wissen, dass es so sein wird, genau das werden wir auch manifestieren.

Rückblickend kann ich von mir selbst sagen, dass ich so einiges in mein Leben gezogen habe, was ich sowohl abgelehnt als aus tiefstem Herzen gewünscht habe.

Ich glaube aber auch, dass diese Gedankenstimme, die ständig kommentiert und ihren Senf zu unserem Handeln und Denken hinzugibt, uns oft im Weg steht. Sie säht Zweifel, sie lässt uns zaudern, sie verhindert, dass wir etwas ausprobieren, weil – nun ja, es könnte ja auch schiefgehen. Oft geben wir dieser Stimme recht und handeln danach, obwohl wir gar nicht wissen können, was tatsächlich dabei heraus kommt und ob sie die Wahrheit sagt.

Sie übt Kritik, wo wir aber etwas anderes fühlen. Wie oft sind wir mit uns selbst im Zwiespalt, weil wir genau das, was wir tun, machen, weil es uns unbändige Freude macht, aber die Stimme uns zur Vorsicht mahnt. Oder aber wir geniessen und freuen uns, aber wir hören in unserem Gehirn Sätze wie: „Du solltest aber…“ oder „Du musst…..“ oder „Das darfst Du nicht…“

Wenn wir trotzdem tun, was wir selbst machen wollen, fühlen wir uns schlecht. Wir finden, wir haben etwas Falsches getan und unser schlechtes Gewissen treibt uns später an, etwas zu tun, um den „Fehler“ wieder gut zu machen. Dabei haben wir uns doch so gut gefühlt.

Wieso also sollte das etwas Schlechtes sein? Wieso also sollten wir nicht einfach genau das machen, was wir wollen? Wieso sind wir statt dessen vernünftig, reissen uns am Riemen, halten uns zurück? Na, weil die Stimme ja wohl recht hat.

Dieser innere Kritiker lobt uns äusserst selten, ist Euch das schon aufgefallen? Er sagt nie, wenn wir etwas gut gemacht haben oder ermuntert uns, etwas zu wagen, auszuprobieren. Wenn uns etwas gelungen hat, findet er trotzdem immer noch etwas, um daran herum zu mäkeln. Bei jedem Blick in den Spiegel bemängelt er die Haare, unsere Haut oder unsere Falten. Er sieht nicht die Schönheit, er sieht nicht die Freude und den Spass, der die Lachfältchen erst ermöglicht hat. 

Mit anderen Menschen gehen wir oft sehr nachsichtig und gütig um. Aber mit uns selbst gehen wir hart ins Gericht. 

Ich habe beschlossen, eine mentale Diät zu machen. Ich verzichte darauf, dieser inneren Stimme, die nörgelt und kritisiert, Recht zu geben. Ich verzichte auf negative Äusserungen über meine Person, meinen Körper, mein Handeln. Wenn ich die Stimme höre, die wieder einmal unfreundlich zu mir spricht, werde ich ihr widersprechen. Statt mich zu kritisieren, werde ich mich loben, statt an mir selbst herum zu mäkeln, werde ich mich so wie ich bin, ganz und gar annehmen. Einfach, weil es sich viel besser anfühlt. Weil es mich aufbaut, weil es mich mehr freut, als den ständigen Vergleich mit anderen. Ich erlaube meiner warnenden Stimme nur noch, in akutem Gefahrenfall Einwände zu äussern, wenn ich völlig kopflos über die Strasse laufen würde zum Beispiel, ohne links und rechts zu sehen, dann gebe ich ihr unbedingt recht. 

Aber ich werde ab sofort meinem eigenen Gefühl nachgehen und das, was mir gut tun, tun, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Ich werde nicht mehr das tun, was sich „gehört“, sondern, was ich liebe, weil es mir gefällt.

Ich werde auf den inneren Kritiker verzichten, bis er gelernt hat, mich zu unterstützen, statt mich auszubremsen, mich klein zu halten und mir nichts zuzutrauen.

Wer macht mit?

Erst einmal eine Woche ganz bewusst auf die eigenen Gedanken hören, und wenn sie Euch nicht gefallen, ändert Ihr sie. Es geht darum, ein eigenes Wohlgefühl zu entwickeln, uns selbst zu vertrauen, dass wir genau wissen, was richtig für uns ist, weil es sich so gut anfühlt. Wir können alte Denkstrukturen nur ändern, wenn wir uns ihrer bewusst werden und sie gezielt verändern.

Ich bin gespannt, wie Ihr Euch damit fühlt!

Alles Liebe

Eure Ashanar

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