Des Menschen Wille ist sein Himmelreich

  

Ihr Lieben,

gerade habe ich zufällg einen Teil eines Filmes gesehen über einen Mann, der durch Samenspende der biologische Vater von 533 Kindern geworden ist. Es war zwar nur ein Film, doch es gibt tatsächlich einen Mann, der bereits 77-facher Vater ist, auf genau diese Weise.

Solche Menschen sind dem Urteil der Öffentlichkeit  ausgesetzt wie die Frau, die mit 65 Jahren nach 13 Kindern noch Vierlinge erwartet. Die ganze Welt schaut auf sie und jeder hat seine eigene Meinung dazu.

Diese Gebiete von Biologie und Wissenschaft dringen genauso wie die Genmanipulation in Bereiche des Lebens vor, die bisher Gott vorbehalten waren. Alles, was möglich ist, wird auch versucht. Was hinter verschlossenen Türen von Pharmakonzernen und Forschungseinrichtungen vor sich geht und trotz widersprüchlicher Gesetze ausprobiert wird, können wir nur erahnen.

Hier kollidieren die menschlichen Bedürfnisse mit dem Drang, etwas Neues, noch nie da Gewesenes zu erschaffen. 

Doch wie weit dürfen wir dabei gehen?

Wo es scheinbar keine Grenzen des medizinisch Machbaren gibt, gibt es nur die Gesetze der Menschlichkeit und Menschenwürde. 

Und ich glaube, dass jeder Mensch seine Beweggründe selbst hinterfragen sollte, warum er diese unsichtbaren Grenzen überschreitet.

Natürlich kann man fragen, ob es Sinn macht, dass eine Frau, die längst Grossmutter ist, noch einmal Kinder bekommen möchte, die sie, wenn sie Glück hat, aufwachsen sehen kann – oder auch nicht. Werden ihre Kinder es ihr danken? Werden sie glücklich sein, dass sie ihnen das Leben geschenkt hat, auch wenn sie keine Mittzwanzigerin ist, die ihr eigenes Leben noch vor sich hat?

Auch wir Betrachter, die wir Handlungen wie diese verfolgen und uns ein Urteil darüber bilden oder zu wissen glauben, was Recht und Unrecht ist: Können wir wirklich wissen, was in dieser Frau vorgeht und warum? Können wir wissen, ob nicht auch das Gottes Wille sein könnte? Ebenso wie all die Möglichkeiten der Medizin, die noch nicht erforscht sind, die noch nicht versucht wurden?

Wir denken in Formen, in die wir unsere Welt und wie sie zu sein hat, hineinpressen. Was sich dieser Form nicht anpasst, ist nicht normal, nicht richtig. Dadurch verhindern wir aber, dass wir unseren Blickwinkel erweitern, indem wir etwas auch einmal von einer ganz anderen Seite betrachten. 

Ein Mann, der 77 Kinder hat, aber keine Frau und keine eigenen Söhne und Töchter, die bei ihm aufwachsen…das entspricht sicher nicht dieser Norm. Und doch…da es so etwas gibt und die Menschen, die seine „Dienste“ in Anspruch nehmen, froh sind, durch ihn Kinder zu bekommen – ist es nicht auch einfach nur eine Möglichkeit, eine Option?

Wird dabei jemand verletzt? Kommt jemand zu Schaden?

Das ist die Frage, wenn es darum geht, seine eigenen Vorstellungen, seine Lebensentwürfe umzusetzen. Frauen, die sich gegen Kinder entscheiden, weil sie lieber frei und ungebunden bleiben möchten, weil ihre Interessen im Beruf, der Karriere, dem Leben mit Luxus und Urlaub liegen, werden doch oft genauso kritisiert wie Frauen, die, weil sie für ihre Kinder da sein möchten, ganz zuhause bleiben und gar nicht mehr arbeiten. Wer verletzt hier nun jemanden? Das ungeborene Kind, das nie zur Welt kommt, kann schlecht befragt werden, ob es nicht doch froh gewesen wäre, wenn es hätte leben können. Die Kinder, die ihre Mutter stets um sich haben, werden nicht unglücklich darüber sein.

Ich sage nicht, dass alles richtig ist, was auch möglich ist, aber ich glaube, dass wir sehr oft sehr engstirnig denken, in eingefahrenen Mustern gefangen sind. 

Oft wissen wir einfach nicht, weshalb Menschen so handeln, wie sie es tun, wir können nur Vermutungen anstellen und sind dann sehr schnell dabei, andere zu verurteilen.

Würden wir wollen, dass jemand uns, unser Tun, unseren Wunsch, das Leben zu führen, wie wir es führen, abwertet und uns dafür anprangert?

Wir wünschen uns alle Freiheit, wir wünschen uns Frieden, ein gutes Miteinander aller Menschen und Tiere. Dann können wir selbst etwas dazu tun, indem wir aufhören, etwas zu bewerten und zu kategorisieren, was auf reinen Vermutungen basiert, weil wir es gar nicht wissen können.

Die meisten unserer Gedanken basieren auf reinen Spekulationen. 

Solange wir nicht mit 100%iger Sicherheit über konkretes Wissen verfügen, sollten wir uns einfach eingestehen, dass wir gar kein Urteil fällen können und es dann auch einfach nicht tun.

Eure Ashanar

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