Bist Du wirklich wichtig?

  
Hallo,

heute geht es um die Frage aller Fragen. 

Bist Du wirklich wichtig?

Klar, für meine Freunde und meine Familie bin ich wichtig“, wirst Du jetzt vielleicht antworten. Sie brauchen Dich, lieben Dich, schätzen Deine Gesellschaft. Natürlich machst Du in ihrem Leben einen Unterschied, würdest eine Lücke hinterlassen, wenn Du nicht mehr da wärest.

Aber nehmen wir uns insgesamt vielleicht viel zu wichtig? Müssen wir nicht etwas Besonderes sein, jemand „werden“, damit wir das Gefühl haben können, ohne uns würde der Welt etwas Wesentliches fehlen? 

Eines der Bedürfnisse jedes Menschen ist das, Bedetung zu haben. Wenn Menschen das Empfinden haben, nichts zu bedeuten, werden sie traurig, ziehen sich zurück, werden depressiv, aggressiv oder tun alles, um sich in den Mittelpunkt zu rücken. Dafür ist dann oft jedes Mittel recht.

Daraus, wichtig zu sein, ja, sogar unersetzlich, ziehen wir oft unseren Lebenssinn und unseren Wert. Die einen finden dies im Beruf, die anderen darin, für ihre Familie da zu sein und wieder andere in einer Aufgabe, die sie ausfüllen. 

Doch eigentlich, wenn wir all das einmal weglassen, die Schichten abtragen, die verhüllen, was wirklich dahinter und darunter liegt, zeigt sich, dass Bedeutung zu haben nichts anderes ist, als der tiefste Wunsch, der allen Menschen gleich ist, geliebt zu werden.

Die richtige Frage ist also nicht, ob wir wirklich wichtig sind, sondern, ob wir wirklich geliebt werden!

Doch auch hier scheiden sich die Geister. Ist es genug, von seinen Eltern geliebt worden zu sein, oder müssen wir zwingend auch den richtigen, einzigen Partner finden, der uns und nur uns liebt? Sollten dann nicht auch unsere Freunde uns lieben, uns stets zur Seite stehen und uns nie verlassen?

Wie oft haben wir schon erlebt, dass aus Liebe das Gegenteil wurde? Liebe scheint sich ja immer dann umso mehr zu verflüchtigen, je mehr wir ihr hinterherjagen. Und mit der Liebe verschwindet dann auch die Bedeutung, die wir einmal für andere Menschen hatten.

Das ist wirklich eine sehr unsichere Sache. Wenn wir geliebt werden, sind wir auch gleichzeitig wichtig für denjenigen, der uns liebt. Hört er dann auf, uns zu lieben, sind wir plötzlich vom Thron gestossen, auf den wir gehoben wurden. Das ist auch der Grund, weshalb Menschen, nachdem sie eine Trennung erleben, sehr oft kein Selbstvertrauen mehr haben und unsicher werden.

Die eigene Bedeutung wird am Mass der Wichtigkeit, die uns andere Menschen geben, gemessen!

Auf diese Weise sind wir stets dem Wohlwollen, der Zuwendung und Wertschätzung anderer Menschen ausgesetzt. Es kann uns nur solange gut gehen, so lange sie um uns kreisen und wir das Zentrum ihrer Liebe sind. 

Angenommen, wir würden nicht mehr diese Aufmerksamkeit, diese Bedeutung brauchen, damit wir uns geliebt fühlen könnten – ginge es uns dann nicht viel besser? Wären wir dann nicht viel freier und würden wir nicht automatisch bessere Entscheidungen treffen, nämlich die, die wir wirklich treffen wollen?

Statt dessen tun wir doch oft sehr vieles, damit andere mit uns einverstanden sind, damit wir uns ihrer Liebe sicher sein können. 

Könnten wir nicht satt dessen uns selbst wichtig nehmen? Uns selbst wertschätzen? Uns selbst lieben? Wir könnten es – wenn wir nicht gelernt hätten, dass wir andere wichtiger nehmen sollten als uns selbst. Sich selbst an erste Stelle zu setzen, gilt als egoistisch und macht angeblich einsam.  Aber ich glaube, dass es viel einsamer macht, wenn man sich selbst verleugnet, nur um für jemanden Bedeutung zu haben. Derjenige tanzt doch nur um sich selbst und betrachtet sich im schönen Spiegel der Aufmerksamkeit seines Gegenübers. 

Natürlich regt sich Widerstand, wenn jemand plötzlich eben nicht mehr alles für andere tut, sich weigert, weiterhin das zu machen, was von ihm verlangt wird, was er aber eigentlich gar nicht tun möchte. Nicht selten regnet es dann Vorwürfe und Versuche, den alten Zustand wieder herzustellen, den Menschen wieder dorthin zu bekommen, wo er vorher so schön funktioniert hat. 

Sich selbst zu lieben ist die beste Methode, so geliebt zu werden, wie man es wirklich braucht, um wichtig und beachtet genug zu sein. 

Das ist reine Übungssache, seine eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen und ihnen Raum zu geben. Sich selbst Gutes zu tun, statt darauf zu warten, dass ein anderer das für einen erledigt. 

Je eher Du damit anfängst, Dich wichtig zu nehmen, desto eher wirst Du wirklich wichtig genug sein – für Dich selbst!

Deine Ashanar

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