Dein Lebensbuch

  
Ihr Lieben,

dieser Text soll Euch zum intensiven Nachdenken anregen.

Es geht um Euch, um Euer Leben.

Wie lebt Ihr es? Was ist Euer Ziel? Braucht es ein Ziel? Oder macht das nur unzufrieden, weil es besser ist, das zu nehmen, was gerade kommt? Ist ein Ziel etwas Materielles, Absicherung, Gesundheit oder auch ganz besondere Wünsche, die es zu erreichen gilt?

Wenn Ihr also wirklich einmal nach dem Grund für Euer Dasein sucht und einen Sinn im Leben finden wollt, dann solltet Ihr Euch damit befassen, was für Euch wirklich wichtig ist. Natürlich gilt das nicht für alle Menschen gleich. Jeder hat unterschiedliche Ansichten und Meinungen dazu. Aber es lohnt sich trotzdem sehr, sich darüber Gedanken zu machen.

Wir kommen auf die Welt, werden von unseren Eltern erzogen und uns zugleich mit Vorstellungen darüber, wie das Leben sein sollte und wie es ist, gefüttert. Wie wir dann später, wenn wir selbständig denken können, auf dieses Leben blicken, entscheidet darüber, in welche Richtung wir es weiterhin lenken.

Es gibt nach wie vor viele Menschen, die sich darum keine Gedanken machen, es ist ihnen einfach genug, dass sie ein gemütliches, möglichst ruhiges und angenehmes Leben führen, dass sie Komfort geniessen und alles immer schön seinen gewohnten Gang geht. Doch es werden auch immer mehr Menschen, die nach einem Sinn fragen, denen es eben nicht genügt, einen Tag an den anderen zu reihen, bis das Leben zu Ende geht.

Was also macht es aus, dieses eine Leben, das wir in dieser Form haben?

Was genau ist es, weshalb Du überhaupt hier bist? Warum bist Du genau so und nicht anders? Diese Fragen solltet Ihr Euch einmal wirklich stellen und versuchen, sie für Euch zu beantworten.

Manche Menschen entwickeln einen sehr großen Ehrgeiz, um sich erst Ziele zu setzen und sie dann zu erreichen. Dies kann beruflich, sportlich, beziehungsmässig oder finanziell oder vielleicht auch alles auf einmal sein. Haben sie dann dadurch Ihren Daseinszweck erfüllt? Sind sie erfüllt von dem, was sie tun? Ist dies auch Ihr Lebenssinn? Oder verlieren sie sich selbst in diesem Streben nach immer neuen, noch unerfüllten Wünschen und Zielen?

Den Sinn im Leben kann sich nur jeder selbst geben. Es gibt keine höhere Instanz, die uns vorschreibt, wer wir sein, was wir tun oder was wir erreichen müssten. Ich kenne Menschen, deren Lebenssinn darin besteht, nichts zu tun, außer zu meditieren oder darin, Tiere zu retten. Oder Kinder zu bekommen, so viele wie möglich. Oder die Welt zu bereisen. Oder anderen Menschen zu helfen. Es gibt viele Beispiele – und alle sind sie selbst gewählt. Niemand hat diesen Menschen gesagt, was sie tun sollen und was für sie richtig ist.

Habt Ihr Euch schon einmal damit befasst, was Euer Leben für einen Sinn für Euch selbst haben soll? Ich meine, wenn wir uns diesen Sinn selbst geben, ist das eine sehr wichtige und berechtigte Frage. Wenn wir kurz vor unserem Tod nämlich feststellen würden, dass wir gar nicht das mit unserem Leben angefangen haben, was wir eigentlich tun wollten, ist das gerade so, als hätten wir das Thema in einem Aufsatz verfehlt. Nur dass es dabei um ein ganzes, gefülltes Leben – quasi unser Lebensbuch geht. Füllen wir es mit Seiten voller Sätzen, die beschreiben, wie wir unseren Alltag lebten, wie wir unsere vermeintliche Pflicht erledigt haben, wie wir dem gerecht geworden sind, was von uns erwartet wird? Füllen wir nur manche Seiten mit den wirklich aussergewöhnlichen Ereignissen, die tiefgreifend, einschneidend und so besonders waren, dass wir sie nie vergessen werden? Unser Leben kann eine Berechnung sein, die alle Zahlen enthält, alle Eckdaten, jedes Soll und Haben, jeden Gewinn und jeden Verlust, es kann aber auch ein Liebes- oder Abenteuerroman sein. Es kann voll sein mit Wut und Zorn, mit Verbitterung oder mit Lebenslust und Freude, mit Spass, lustigen Anekdoten oder mit Gedichten, mit Träumereien.

Ich stelle mir manchmal vor, wie ich zurück blicke am Ende und mich frage, ob es wirklich das war, was ich tun wollte. Und dann weiss ich, dass ich vieles wieder so machen würde, aber manches wahrscheinlich ändern oder gar nie so beginnen würde, sondern statt dessen etwas völlig anderes versuchen würde.

Ich glaube, dass es sehr wichtig ist, sich darüber klar zu werden, wie wir das Buch unseres Lebens gestalten möchten, ob wir es je zu Ende schreiben, ob wir Seiten am liebsten aureissen oder welche hinzufügen würden. Wir können das in jedem Augenblick ändern, wir haben die Macht dazu, Dinge zu bewegen, uns zu bewegen, etwas zu tun, was vielleicht auch noch niemand vorher gewagt hat, mutig zu sein, Nein oder Ja zu sagen.

Am Ende zählt doch nur, ob das Leben, das ich gelebt habe, etwas hinterlassen hat, mehr Liebe, mehr Freude, ob mein Herz gefüllt ist mit schönen Erinnerungen, aber auch Vergebung, ohne Reue und ohne Angst, etwas versäumt zu haben.

Zu leben bedeutet wirklich lebendig zu sein, jeden Augenblick zu geniessen, sich zu erinnern, dass alles endlich ist, und vor dieser Einsicht wirklich bewusst das Leben zu führen, das wir möchten.

Eure Ashanar

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