Das Übel liegt in der Wurzel

  
Ihr Lieben,

in meinem Gärtchen wächst eine Pflanze, deren Namen ich nicht einmal kenne und die eine wahnsinnige Widerstandskraft entwickelt hat. Schon im letzten Sommer missfielen mir die riesigen Blätter, die alle anderen kleineren Gewächse überschatten, ihnen Licht und Nährstoffe entziehen und noch nicht einmal schön anzuschauen sind. Kurzerhand packte ich das Gestrüpp und entfernte es mit der Wurzel – so dachte ich. Doch nun ist sie wieder da, gleich mehrfach „auferstanden“ mit vielfältigen neuen Stängeln und einem unüberschaubaren Blätter“Segen“.

Damit ist es wie mit unseren schlechten Gewohnheiten. Sie sind manchmal weder gut, noch richtig und auch nicht schön für andere und uns selbst. Wenn uns klar wird, dass wir etwas ändern müssen (um zum Beispiel gesund zu bleiben oder wieder zu werden) oder wollen (weil wir wissen, dass es sich positiv auf unser Leben auswirkt), dann machen wir oft kurzen Prozess, nehmen uns ganz fest vor, ab sofort nicht mehr zu rauchen, weniger ungesundes Zeug zu essen oder uns mehr Zeit für Freunde und Familie zu nehmen. Wenn wir viel Durchsetzungskraft haben, halten wir einige Zeit durch, in der wir uns sehr bemühen, diese neuen Gewohnheiten in Fleisch und Blut zu übernehmen.

Doch so wie das widerstandsfähige Gewächs in meinem Garten kommen oft ganz unmerklich die alten Verhaltensmuster wieder zutage, wenn man nur mal kurz unachtsam ist, es ein bisschen lockerer nimmt. Eine Zigarette macht noch keinen Raucher? Eben doch!

Das Übel liegt also in der Wurzel verborgen, die wir nie ganz zu greifen bekommen. Mit Willenskraft ist nicht viel auszurichten. Auch eine Radikalkur verändert nicht dauerhaft unser Verhalten.

Ist es also ein aussichtsloser Kampf gegen einen unsichtbaren, inneren Feind?

Ich glaube, das muss nicht so sein. Wir können uns verändern, aber auf die sanfte Tour. Mit Geduld, mit Liebe, mit Selbstannahme. Statt zu versuchen, die Wurzeln zu entfernen, die ja ein Teil von uns sind, ohne die wir auch unsere Stabilität und unser Fundament nicht hätten, können wir damit beginnen,uns selbst wie wir sind liebevoll auf neue Weise zu betrachten. Alles, was wir tun, hat ja auch einen Sinn und einen Grund. Wenn wir diesen finden und verstehen können, geht uns zumeist „ein Licht auf“. Durch diese Selbsterkenntnis wird Veränderung auf einer tieferen Basis erst möglich.

So wie all unsere Verhaltensmuster uns also etwas über uns selbst erzählen, sind es auch die Pflanzen, die in unserer nächsten Nähe wachsen. Vielleicht hat also auch die ungeliebte Pflanze eine Botschaft für mich, ist ein besonderes Kraut, das besondere Wirkungen hat, die ich noch nicht einmal erahnen kann?

Dieses Mal habe ich nicht alles herausgerissen, sondern meiner Pflanze Raum gegeben. Ich werde sie mit Liebe und Wohlwollen betrachten und einmal auf die Suche nach ihrem Namen gehen, denn wenn ich die Pflanze verstehe, weiss ich auch, was sie mir sagen will – ganz wie unsere guten, alten Gewohnheiten.

Alles (ist) Liebe

Eure Ashanar

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