Alles umsonst oder warum Energie nicht kostenlos ist

  
Ihr Lieben,

wenn Euch jemand um Hilfe bittet, helft Ihr bestimmt auch, richtig? Bei Familenmitgliedern und Freunden denkt man darüber gar nicht nach – man tut es einfach.

Doch ich bin jetzt gerade über die Frage gestopert, ob das denn dann auch generell gilt. Also, zu helfen, auch wenn ich nicht weiß, ob ich etwas dafür erhalte.

Es gibt ja, wenn es darum geht, seiner Leidenschaft zu folgen, einfach das zu tun, was man von Herzen gerne tun möchte, eine Frage, die immer wieder auftaucht. Sie lautet: „Was würdest trotzdem tun, auch wenn Du kein Geld damit verdienst?“

Zu Helfen ist eines der Dinge, die ich tun würde, auch wenn ich keine Gegenleistung zu erwarten habe. Doch ich glaube, auch das hat seine Grenzen. So wie ich ja auch meine Grenzen habe. Ich verfüge nicht über endlose Ressourcen an Zeit, an Kraft und an Energie. Ich spüre inneren Widerstand, wenn ich merke, dass jemand etwas von mir fordert, aber selbst nichts zu geben bereit ist. Es ist etwas anderes, wenn ich meine Hilfe und Unterstützung anbiete, dann erwarte ich ja auch nichts. Doch wenn jemand mich selbst darum bittet, dann glaube ich, dass ein Ausgleich nötig ist, um die Sache nicht einseitig werden zu lassen.

Ich hatte vor gar nicht langer Zeit eine Anfrage, bei der ich um einen Dienst gebeten wurde, aber doch bitte unentgeltlich. Ich habe das gemacht, hatte aber anschliessend ein sehr ungutes Gefühl dabei. Das, was ich gegeben habe, in das ich meine Energie, meine Zeit und meine Liebe habe einfliessen lassen, wurde nicht wert geschätzt.

Bedeutet also kostenlos = wertlos?

Dieses Thema ist gerade im Bereich der Heiler und Helfer, die mit Energie arbeiten, wirklich von großer Bedeutung. Eine vorherrschende Meinung ist nämlich, dass etwas, was von Gott gegeben ist doch nichts kosten darf. Also muss ich es kostenlos und freiwillig geben, weil ich es ja auf andere Weise wieder zurück erhalte.

Ja, es ist richtig, dass etwas, das man von Herzen gibt, auch eine Antwort durch etwas findet, das zu einem zurück kehrt, das man auf anderen Wegen dann erhält. ABER – wenn jemand etwas von einem anderen Menschen erhalten möchte, dann gibt es immer einen Preis.

Nehmen wir uns wieder einmal die Natur zum Vorbild. Die Pflanzen wachsen scheinbar „kostenlos“. Doch es braucht die richtigen Voraussetzungen, damit sie keimen und wachsen können. Ohne Licht, ohne Wasser, ohne die richtige Erde und das Sonnenlicht gehen sie zugrunde. Der Preis der Pflanzen liegt also in diesen Bedingungen, die erfüllt sein müssen. Der Preis des Lebens der Tiere ist die Nahrung die sie finden müssen, die Nester und Brustätten, die sie errichten, um für ihren Nachwuchs zu sorgen. Der Preis der Menschen wird in der Währung Geld bezahlt. Ohne Geld wäre der Preis ebenfalls Nahrung und Trinken, ein Dach über dem Kopf und Kleidung. Ohne diese grundlegenden Anforderungen können wir ebenfalls nicht überleben, so wie alles in der Natur.

Wir haben nur vergessen, dass wir statt der Tauschmittel Nahrung, Kleidung und Baustoffe für uns nun das Geld eingesetzt haben. Die Grundbedürfnisse sind in der Regel gestillt. Wenn ein Heiler oder Energiearbeiter seine Dienste anbietet, benötigt er vermutlich nicht gerade seine nächste Mahlzeit oder Trinken für die nächsten paar Tage, um zu überleben.

Doch wenn man es ganz genau betrachtet, handelt es sich immer um einen Tausch. Ich gebe etwas und erhalte etwas zurück. Die Begründung, dass es sich bei Energie ja um etwas frei Verfügbares handelt, ist nur soweit gültig, dass nicht jeder gleichermassen Zugang dazu hat.

Stellt Euch eine Methapher vor: Ein Bauer besitzt einen tiefen Brunnen, während sein Nachbar nur einen Brunnen hat, der nur halb so tief ist. Der Nachbar zur anderen Seite hat gar keinen Brunnen und muss sein Wasser vom Fluss holen, zu dem er eine Stunde Fussmarsch benötigt. Während einer Dürrezeit trocknet der Fluss aus, der Brunnen des zweiten Bauern führt kein Wasser mehr, nur der erste Bauer verfügt noch über Wasser, weil er einen Brunnen ausgehoben hat, der tiefer war, als der seines Nachbarn. Es kostete ihn doppelt so viel Zeit und Arbeit, das Loch dafür zu graben und der zweite Bauer hat ihn deshalb belächelt. Doch nun ist er darauf angewiesen, dass sein Nachbar sein Wasser mit ihm teilt.

Ich frage Euch nun: Ist das Wasser ein frei verfügbares Gut? Ja, eigentlich schon. Aber in unserem Beispiel wird es zum kostbaren Eigentum, weil nur der erste Bauer es noch zur Verfügung hat. Und nur er hat sich die Arbeit gemacht mit seinem tiefen Brunnen.

Genau so ist es mit jeder Art der Energie. Natürlich ist sie frei verfügbar, aber nicht jeder kann sie nutzen. Nicht jeder investiert etwas, um sie für sich nutzbar zu machen.

Und genau darum geht es. Wenn ein Mensch einem anderen helfen kann, weil er besondere Gaben, besondere Eigenschaften erworben hat oder seine ganze Energie hinein steckt, um seine vielleicht sogar angeborenen Talente zu erweitern und zu verfeinern, dann kann ein anderer Mensch ja nicht sagen, es handelt sich um etwas, das frei verfügbar ist!

Hier kommen wir nun wieder an einen wichtigen Punkt: Die Selbstliebe.

Liebe ich mich selbst genug, weiß ich mich selbst und meinen Wert zu schätzen. Wenn ich das weiss, dann kenne ich auch den Preis, den ich selbst bezahle oder bezahlt habe, um zu werden, wer ich bin. Natürlich kann ein anderer Mensch das nicht oder nur schwer einschätzen. Es genügt auch, wenn ich es selbst weiss.

Ich selbst bestimme dann, ob das, was ich gebe, etwas ist, das ich aus freien Stücken, einfach, weil es mir Freude macht, geben möchte oder ob ich entscheide, dass das, was ich gebe, etwas kosten soll. Wenn ich mir selbst wert genug bin, dann kann ich diesen Wert auch ohne Scheu nach außen vertreten.

Oder habt Ihr schon einmal jemanden in den Supermarkt gehen sehen, der glaubt, etwas, auf dem kein Preisschild steht, würde nichts kosten? Oder jemanden, der meint, dass das Obst und Gemüse, das es da zu kaufen gibt ja ein Geschenk der Natur ist und deshalb kostenlos ist? Oder jemanden, der seine Wasserrechnung nicht bezahlt, weil das Wasser ja frei verfügbar ist?

Denkt heute einmal über den Preis nach, den Ihr bezahlt, egal, ob es darum geht, jemandem zu helfen, Eure Arbeit, Eure Güter, die Ihr für Euch benötigt. Was kostet es, eine glückliche Beziehung zu führen? Ist sie kostenlos? Bekommt man alles geschenkt oder muss man auch dort etwas investieren, muss man sich Zeit nehmen, daran arbeiten, immer wieder auf einander zugehen? Selbst Eure Arbeit, die Ihr habt, ist nicht kostenlos. Ihr habt eine Ausbildung, ein Studium absolviert, Erfahrungen gesammelt, die Euch genau dorthin gebracht haben, wo Ihr jetzt seid.

Alles, was Ihr um Euch herum seht, hat einen Preis, alle Dinge, die Ihr zum Leben benötigt, alle Menschen, die um Euch sind.

Ich habe deshalb für mich selbst beschlossen, wieder besser auf mein Gefühl zu achten, denn das sagt mir unmissverständlich, ob ich einen guten Tausch gemacht habe oder nicht.  Es kann gut sein, dass das Glücksgefühl, wenn ich jemandem wirklich helfen konnte, schon genug ist, damit ich mich wahrhaft gut entlohnt fühle. Doch wenn das nicht so ist, wie in dem Beispiel, in dem eine Leistung erwartet, aber keine Gegenleistung angeboten wurde, dann werde ich künftig auch mein Herz ein „Nein“ sprechen lassen.

Eure Ashanar

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Ein Kommentar zu “Alles umsonst oder warum Energie nicht kostenlos ist

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