Lebensaufgabe = Berufung = Beruf?

Hallo Ihr Lieben,

mein heutiges Thema dreht sich um das, was wir sein wollen – und um das, was wir sind.

Es hat mich in letzter Zeit sehr beschäftigt, wie und welche Ziele ich mir setze. Allein schon, sich darüber Gedanken zu machen, was mir wichtig ist und was ich für mich selbst erreichen möchte oder wo ich mich in einem, drei oder fünf Jahren sehe, setzt eine ganze Reihe von Prozessen in Gang.

Es beginnt im Kopf, weitet sich auf das Herz aus und erreicht von da aus die Umgebung, nimmt andere Menschen mit und wirkt sich so wie eine Welle auf wesentlich mehr aus, als einem eigentlich klar und bewusst ist.

Ich hatte für mich ganz deutlich vor Augen, dass ich gerne mit meiner Arbeit, also mit dem Malen, mit dem Schreiben, Beraten und mit der Energiearbeit das Ziel anstreben möchte, diese Berufung zu meinem Beruf zu machen.

Ich habe viel gelesen, viel gehört und noch mehr nachgedacht. Aber irgendwie war es so, dass da so eine Kluft war, zwischen dem, was ich mir vorstelle und dem, was sich mir in meiner Realität zeigt.

Die Botschaften, die ich dazu immer wieder erhalten habe, zeigten mir, dass ich Geduld haben soll, dass sich alles zum richtigen Zeitpunkt mit den richtigen Menschen und meiner persönlichen Entwicklung einfinden wird. Ich habe getan, was ich konnte, habe mir einen Zeitplan erarbeitet, habe mich sehr intensiv mit der Verwirklichung meines Zieles beschäftigt.

Und nun kam alles ganz anders.

Ich habe mich auf eine andere Stelle beworben und wurde angenommen. Ganz und gar nichts, was mit meiner Berufung zu tun hat – dachte ich. Und meine Zeit, die ich für das Malen und Schreiben übrig haben werde, wird sich drastisch reduzieren – dachte ich.

Das hat mir wirklich zu denken gegeben und ich habe mich gefragt, warum es jetzt so gekommen ist. Aber mein Vertrauen und mein Glauben daran, dass alles einen Sinn macht, was geschieht, überwiegen.

Und dann bekam ich eine Antwort, mit der ich dort und so nicht gerechnet habe. Beim Seminar von Andrea Schirnack, das ich Letztens besucht habe, sprach sie gleich zu Beginn über die Lebensaufgabe. Sie sagte, dass viele Menschen glauben, ihre Berufung zum Beruf machen zu müssen. Doch nicht jede Lebensaufgabe wird zum Beruf, denn so sagte sie: „Wo Du arbeitest, ist nicht wichtig, wichtig ist nur, mit wie viel Liebe du arbeitest. Du nimmst dich selbst immer mit, egal, wo du bist.“

Und damit hat sie vollkommen recht. Es geht vielleicht gar nicht darum, sein ganzes Leben umzukrempeln, sich in die Ungewissheit zu stürzen, den Job zu kündigen, etwas ganz anderes zu machen und zu hoffen, dass es schon gut gehen wird. Nein, ich glaube, dass das, was wir tun, für uns einen Sinn macht, solange wir es lieben. Solange wir bei unserer Arbeit wir selbst sein können, unsere „Gaben“ (oder anders ausgedrückt: unsere Begabungen) einsetzen können.

Ich werde eine Arbeit tun, bei der ich täglich mit sehr vielen Menschen in Kontakt komme. Ich fühle, dass dies ein wichtiger Schritt, eine weitere wichtige Stufe für meine Entwicklung ist. Ich freue mich darauf, in einem „normalen“ Job eben auch meine Energie, meine Liebe zu den Menschen einzubringen.

Vielleicht ist es viel wichtiger, dass die Dinge sich langsam entwickeln dürfen, dass das, was für mich richtig ist, zu mir kommen kann, statt dass ich mit Druck etwas zu erreichen versuche, was sowieso sein wird, wenn ich es annehme. Jedes Wollen, jeder Versuch, etwas voranzutreiben birgt ja auch die Gefahr, dass ich mich selbst zwinge, etwas zu tun, das ich gerade jetzt nicht tun möchte oder noch gar nicht tun kann.

Jede Veränderung tritt immer dann ein, wenn die Zeit reif ist und ich selbst auch dafür bereit bin.

Es macht also keinen Sinn, etwas mit Kraftaufwand und Druck vorwärts zu bringen, was sich auf viel leichtere, liebevollere Art entwickeln kann, wenn ich ihm Raum gebe, sich zu entfalten. Denn alles andere beginnt ja wieder mit den Worten: „Ich muss……“

Nein, ich muss nicht, ich kann, ich darf und zwar dann, wenn ich fühle, dass sich die Dinge sowieso in diese Richtung entwickeln.

Ich möchte diese Entwicklung mit dem Herzen fühlen können, ich möchte wissen, dass das, was ich tue richtig ist. Und das weiß ich dann, wenn es tatsächlich in meinem Alltag angekommen ist.

Ich glaube daran, dass das, was jetzt gerade in meinem Leben ist, immer das Richtige ist. Sonst wäre es nicht so.

Damit gebe ich meine Zustimmung, ich bejahe, dass ich wirklich voller Vertrauen den Weg gehen werde, der sich vor mir auftut, auch wenn ich am Horizont ein anderes Ziel sehe. Das, was ich auf dem Weg zu diesem Ziel an Erfahrungen mache und mir aneigne, brauche ich, um dorthin zu gelangen. Deshalb ist alles richtig, was auch immer wir entscheiden.

Ich finde diese Erkenntnis sehr spannend – und entspannend, nimmt sie doch den Druck und schenkt mehr Leichtigkeit, Neugier, Offenheit.

Es ist wie mit einem Gebet: Wenn wir bitten, wird uns gegeben, aber oft gar nicht, wie wir es gedacht haben, sondern auf eine viel bessere und schönere Art und Weise.

Alles (ist) Liebe

Eure Ashanar

P.S.: Gestern habe ich festgestellt, dass es viel entspannender und erfüllender ist, meinen Abend mit Malen zu verbringen, als mir zum Beispiel irgend etwas im Fernsehen anzuschauen. Die Prioritäten, die ich mir setze sind wichtig…Zeit ist genug da, wenn ich will!