Zufall oder Schicksal?

Hallo Ihr Lieben,
habt Ihr auch schon einmal überlegt, warum manche Situationen so passieren und nicht anders? Oder warum Ihr ausgerechnet diesen einen Menschen getroffen habt? Nur eine Minute später – ein Blick in eine andere Richtung, und es wäre so nicht passiert.

Alles nur Zufall? Oder steckt mehr dahinter?

Wir fühlen uns oft von bestimmten Menschen oder Dingen, die uns wichtig sind, angezogen. Da ist etwas in uns, das plötzlich zu schwingen beginnt, wie ein Instrument, dessen Saiten berührt wurden. Begegnungen, die wie Zufälle aussehen, erhalten so eine andere Bedeutung. Denn alles, was um uns herum ist, haben wir bewusst oder unbewusst in unser Leben gezogen, durch das, was wir im Herzen haben. Das kann sowohl ein schönes, warmes, glückliches Gefühl sein als auch etwas, vor dem wir uns fürchten und das aber gerade aus diesem Grund oft in unseren Gedanken ist.

Es sind immer die Gefühle, die uns für neue Erfahrungen öffnen. Wenn wir fühlen, wie wir immer gefühlt haben, werden wir die gleichen Erfahrungen erleben. Fühlen wir neu, anders, ziehen wir auch andere Erfahrungen zu uns.

Der Verstand versucht zu analysieren und stellt Vergleiche an, jedoch ist es ihm unmöglich, zu erkennen, was als nächstes geschehen wird. Deshalb sind für Verstandesmenschen solche unerwarteten, außergewöhnlichen Begegnungen und Situationen, die richtungsweisend für das weitere Leben sind, kaum zu begreifen. Gefühle haben ihre eigenen Regeln, denen sie folgen, sie bestimmen unsere Handlungen viel mehr als Gedanken es je könnten.

Wenn uns also besondere Menschen begegnen, bei denen wir spüren, dass sie wichtig für uns sind, dann kann der Verstand das oft nicht einordnen, da dies eine Erfahrung ist, die jenseits dessen liegt, was er bereits kennt.

Manche nennen es Schicksal, doch das ist ein sehr starkes Wort. Dies würde bedeuten, dass wir keine Wahl hätten und uns in unser Schicksal ergeben müssten. Doch so ist es nicht. Wir haben immer die Wahl, solche Situationen oder Begegnungen bewusst und offen anzunehmen und zu fühlen, was sie uns zeigen wollen.

Jede dieser Begegnungen bringt ein Geschenk für uns mit.

In anderen Menschen erkennen wir uns selbst und lernen dadurch. Das, was andere Menschen in uns auslösen, ist in Wahrheit etwas, das bereits da ist, das in uns ist und zum Leben erweckt wird. Wir brauchen aber den anderen, um dieses Gefühl, dieses Geschenk an die Oberfläche zu holen. Manchmal ist das Geschenk auch ein negatives Gefühl, das in uns ausgelöst wird und mit aller Macht ins Bewusstsein drängt. Auch dann ist es eine Gabe, die wir dankbar annehmen sollten, denn auf diese Weise können wir das, was lange verdrängt und versteckt wurde, endlich anschauen und heilen.

Wir glauben immer, einen anderen Menschen zu brauchen, um uns vollständig zu fühlen. In gewisser Weise ist das richtig: Wir brauchen andere Menschen, die unsere Gefühle wecken, die unsere Saiten zum Schwingen bringen, um uns unserer selbst bewusst werden zu lassen.
Vollständig sind wir jedoch bereits! Wir brauchen die Begegnung wie einen Spiegel, in dem wir immer wieder sehen können, wie groß wir schon geworden sind, wie viel mehr gewachsen und wie gereift wir sind.
Mit unserem inneren Wachstum, dem Anschauen aller Geschenke, das die Begegnung mit anderen uns bringt, wachsen wir nämlich über uns hinaus.

Deshalb ist jede Freundschaft, Beziehung, scheinbar zufällige Begegnung oder auch nur unser Leben streifende Person, die bald weiterzieht, außerordentlich wichtig für uns, denn wir haben sie mit unserem Herzen zu uns gezogen.

Dieses Gesetz der Anziehung funktioniert immer, ausnahmslos. Deshalb kann es nicht wichtige oder unwichtige Begegnungen geben, sondern jede einzelne hat ihren tiefen Sinn, der sich uns manchmal erst viel später erschliesst.

Dann, wenn wir sagen können: „Wäre ich an diesem Morgen nicht zu spät zur Arbeit gefahren, wäre ich nicht genau zu diesem Zeitpunkt an genau jenem Ort gewesen. Dann hätte ich …… verpasst und hätte deshalb nie diesen Film gesehen, diese Party besucht etc. Und dann hätte ich nie erfahren, wie es ist, wenn ich…..“

Deshalb fragt nicht mit Eurem Verstand nach dem Grund dieser Begegnungen, sondern fühlt mit Eurem Herzen, spürt, welche Gefühle in Euch ausgelöst werden und fragt nach dem Geschenk, das dieser Mensch für Euch hat.

Indem Ihr dankbar dafür seid, macht Ihr Euch bereit, dieses Geschenk nicht nur zu empfangen, sondern es auch auszupacken und als Euer eigenes zu empfinden.

Eure Ashanar

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