Hat eine Firma eine Seele?

Guten Morgen Ihr Lieben,
habt Ihr schön geschlafen?

Mit das Schönste am Wochenende ist für mich das Ausschlafen. Doch damit wurde es heute nichts, weil mir so viele alte und neue Gedanken durch den Kopf wirbelten.

Einer davon war, dass es doch möglich sein muss, nicht nur einzelne Menschen spirituell zu unterstützen, sondern auch den Ort oder die Gemeinschaft von Menschen, wo sich die meisten von uns Tag für Tag aufhalten: die Firma.

Dies führte mich dann zu der Frage: Hat eine Firma eine Seele?

Die Antwort ist ein klares „Ja“! So wie jeder Mensch beseelt ist, ist es auch jede Firma, jedes Unternehmen.
Spannend wird es, wenn man untersucht, woraus sich denn die Seele einer Firma zusammen setzt.
Es sind nicht nur die Seelen, der Menschen, die sich hier einbringen, sondern auch in besonderer Weise der „Spirit“!

Der Ausdruck, welcher Geist in einer Firma herrscht, trifft es sehr gut. Dieser Geist oder Spirit besteht einerseits aus schriftlichen Formulierungen über den Unternehmensaufbau, Unternehmensziele und Unternehmenskultur. Was aber viel wichtiger ist, sind die ungeschriebenen Gesetze.

Erst letzte Woche hörte ich von der „schwarzen Stempeluhr“, dem Wagen des Chefs, der das Symbol dafür ist, wann den Mitarbeitern erlaubt ist, Feierabend zu machen – nämlich dann, wenn der Chef gegangen ist!
Das ist dort ein ungeschriebenes Gesetz.

Und so gibt es viele, in jeder Firma völlig unterschiedlich gehandhabte Regeln.

Der Spirit einer Firma liegt aber in dem zugrunde liegenden Gefühl!

Ja, Ihr habt richtig gelesen: Gefühl!
Denkt einmal an die schwarze Stempeluhr und versucht, das Gefühl hinter diesem Gesetz zu erfassen.
Mit meinen Worten kann ich das nur so wiedergeben, dass in dieser Firma der Chef sich an die erste Stelle setzt. Das dahinter liegende Gefühl ist, dass hier Wertschätzung und Vertrauen gegenüber den Mitarbeitern fehlt!

Es gibt aber auch positive Beispiele dafür, dass es auch anders geht: Ich habe vor einiger Zeit eine sehr beeindruckende Reportage über eine Näherei gesehen, in der genau diese Wertschätzung und die Verbindung der Arbeiter mit dem Erfolg ihrer Produkte im Mittelpunkt stehen! Hier bekamen Menschen eine Chance, denen niemand mehr etwas zutraute.
Ein Unternehmen wie Manomama hat den Wert der Unternehmensseele begriffen!

Immer mehr Menschen wollen aus ihren Jobs ausbrechen, entweder weil sie körperlich und geistig an ihre Grenzen kommen oder weil sie empfinden, wie sinnlos und abstumpfend ihre Tätigkeit ist!
Arbeit nimmt so einen großen Teil unseres Lebens ein, dass viele inzwischen einfach nicht mehr nur nach einem gesicherten Einkommen, sondern vor allem auch nach Erfüllung suchen.

Der Grund dafür ist, dass die Seele innerhalb der Unternehmensseele nicht mehr wachsen und sich entwickeln kann.

Das zeigt deutlich, dass Firmen einen wichtigen und wesentlichen Punkt in ihren Jahresplänen und Gewinnstatistiken vergessen haben: die Anpassung und Weiterentwicklung des Spirits.

Dort, wo auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter eingegangen wird, wo Wertsteigerung und Expansion nicht nur nach außen hin, sondern gleichzeitig auch nach innen geschieht, indem Talente und Fähigkeiten der Mitarbeiter gefördert werden, kann sich auch der Spirit und damit die Seele des Unternehmens entwickeln.

Wie es um die Seele eines Unternehmens steht, kann man sehr leicht herausfinden:
Schon beim ersten Kontakt mit einem Mitarbeiter kann man fühlen, ob dieser völlig gestresst und überlastet oder zuvorkommend und aufrichtig freundlich ist. Bei mehrmaligem Kontakt zeichnet sich dann ein deutliches Bild ab: Der Seelenzustand einer Firma spiegelt sich in jedem Mitarbeiter wider, von der Putzfrau bis zum Manager.

Was soll ich tun, wenn ich in einer Firma arbeite, deren Seele verkümmert?

Nicht jeder sollte sofort alles hinwerfen, wenn er mit den Zuständen bei der Arbeit unzufrieden ist. Dennoch gibt es Anzeichen dafür, dass es Zeit für eine Veränderung ist, wenn die Arbeit krank macht. Körper, Geist und Seele sind untrennbar verbunden und brauchen gleichermaßen Aufmerksamkeit und Pflege.
Wichtig ist es, ins Gespräch mit Kollegen und Vorgesetzten zu kommen und Probleme offen anzusprechen. Wenn hier nach mehrmaligen Versuchen keine Verbesserung eintritt, hilft es nur, sich innerlich zu distanzieren, die Arbeit bestmöglich zu erledigen und nach Verlassen des Gebäudes komplett abzuschalten. Dann ist es ebenfalls auf Dauer nötig, die Stelle zu wechseln, um wieder zufriedener und ausgeglichener zu sein.

Eine weitere Möglichkeit ist es, Veränderungsprozesse durch das Ändern des eigenen Verhaltens in Gang zu setzen. Wenn Ihr Euren Kollegen, Kunden und sogar Eurem Chef gegenüber Wertschätzung zeigt, kann die Veränderung auch von innen nach außen stattfinden. Einem Chef wird es schwer werden, sich mit rigiden Methoden durchzusetzen, wenn die Mitarbeiter gemeinsam eine Kultur des Miteinanders, des Unterstützens und der Konkurrenzlosigkeit pflegen.

Wir sind nicht machtlos, sondern können als Gemeinschaft auf Entwicklung in die richtige Richtung drängen.

Dies kommt der Firma nur zugute, denn wer starke Mitarbeiter hat, auf die er zählen kann, hat auch eine starke Unternehmensseele, die sich durch ihre Ausstrahlung von der Konkurrenz weit sichtbar abhebt.

Alles (ist) Liebe
Eure Ashanar